20131112 Von Passatsegeln und Notpinnen…

Wir haben Segler an Bord. Da heißt es Segeln. Wozu ist man sonst auf einem Katamaran?
Zwei Dinge sollen getestet werden: Die Notpinnen, für den Fall, dass die Radsteuerung ausfallen sollte und die Passatsegel, die uns (nach Möglichkeit, ohne sie auszubaumen) über den Ozean in die Karibik ziehen sollen. Unsere Jungs, Wim und Peter, haben endlich wieder etwas zu basteln. Am Vorabend noch werden die Notpinnen aus dem tiefsten Verlies der hinteren Backskiste heraus gekramt, die Schäfte montiert, die Pinnen aufgesteckt und verschraubt.
Am Morgen wird die kleine Fock heruntergenommen und der Zwilling unseres Genua-Segels eingefädelt.
Der Wind kommt aus NE, wir wollen nach SW, in die ca. 35sm entfernte Marina San Miguel. Ideale Bedingungen, um die Passatsegel zu testen.
Um 11.00h legen wir ab. Um uns in die richtige Position zum Wind zu bringen, fahren wir mit an Stb aufeinander gelegten Segeln ca. 3sm in Richtung Osten. Dann entfalten wir den Schmetterling. Ein NE-Wind mit 5 Bft lässt uns herrlich davon rauschen.

2. Test: Die Notpinnen…
Bei diesem Kurs ein echtes Kinderspiel. Mit dem kleinen Finger kann „Frau“ das Schiff über die Pinnen steuern.

„Mann“ wird immer experimentierfreudiger. Können wir eine automatische Windsteuerung erreichen, wenn wir die Schoten überkreuz an den Pinnen festbinden?
Spinnakerschoten raus, vom Schothorn über einen Block am Heck überkreuz auf die Pinnen und??? Irgendwie muss das noch einen Haken haben… Die Schoten ziehen ungleichmäßig. Man hilft einseitig nach mit ein wenig Ziehen oder Drücken.

Nein, das funktioniert so auch nicht. Die Pinnen bewegen sich nicht parallel. Auch eine Leine, die die Pinnenausleger an ihren freien Enden miteinander verbindet und so, in Verbindung mit dem Rudergestänge über eine Art Parallelogramm die Steuerung übernehmen müsste, zeigt keine Besserung. Alle Leinen werden weggenommen. Der Versuch muss wiederholt werden.
Kaum sitzen wir entspannt im Cockpit, hören wir ein Knacken, das in unregelmäßigen Abständen auftritt. Alle verfügbaren Ohren horchen an allen möglichen Flächen um herauszufinden, woher das Geräusch kommt. Es ist die Backskiste. Vom Motorraum aus kann man erkennen, dass es ein Gelenk der Kardanwelle ist, das sich gelockert hat. Da heißt es schnell reagieren, bevor größerer Schaden entstehen kann. In Windeseile ist die Backskiste ausgeräumt, Peter in selbige eingeklemmt und Wim über ihn gebeugt, um im rechten Moment das passende Werkzeug anreichen zu können.

Nach einer halben Stunde ist der schlechte Spuk vorbei. Keine beunruhigenden Geräusche sind mehr zu hören , nur noch das angenehm rauschende Kielwasser und der Wind, der die Passatsegel herrlich aufbläht.
Um 16.00h werden wir von den freundlichen Marineros der Marina San Miguel empfangen. Wir fühlen uns auf Anhieb wohl . Hierher werden wir mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch zurückkehren, um unser Schiff – Ende November – für etwa drei Wochen alleine zu lassen.

20131111 Teneriffa,

eine der kanarischen Inseln, der „Inseln des ewigen Frühlings“, lässt uns das Eiland genauso empfinden: tiefblauer Ozean, schöne Strände, schroffe Küsten und Schluchten, dichte Wälder, karges Ödland, bizarre Lavameere und trotz des bereits weit fortgeschrittenen Herbstes immer noch kräftig blühende Bäume und Sträucher.
Magisch angezogen werden wir vom „El Teide“, dem mit seinen 3717m höchsten Berg Spaniens, aus dessen Flanken hin und wieder immer noch ein paar Rauchfähnchen aufsteigen. In unserem kleinen Mietauto heulen wir – auf Serpentinen – dem Gipfel entgegen.

Auf 1800m Höhe schauen wir auf eine dicke Wolkenschicht,

die die Welt darunter verhüllt, während – noch weiter oben – der Gipfel des Vulkans wie ein einsamer Herrscher über einer bizarren Mondlandschaft thront.

Rostrote, gelbe, schwarze und kreidefarbene Gesteinsschichten haben sich gleichmäßig hochgeschoben, wie ein an den Berg gemaltes Farbmuster, von einem breiten Pinsel gezogen.
Aus einem riesigen, elliptischen, kahlen Kraterkessel ragen schroffe Gesteinszinnen auf mit gewaltigen, zerfurchten oder zersprungenen Zacken,

farbig schillernde Aschehügel sowie Geröllhalden, die teils glatt poliert, teils pockennarbig aussehen. Das geeignete Szenario für großes Kino einer Mondlandung (oder das Paradies für Geochronologen, Ursula???)

Nur das Firmament ist völlig anders. Die weißen futuristisch anmutenden Türme einer Sternwarte ragen in einen knallblauen Himmel und würden sicherlich jedem Sterngucker beim Betrachten des Sternenhimmels in dieser klaren Bergluft das Herz höher schlagen lassen. (gell Dieter???)
An der Talstation der Gipfelbahn angekommen, fährt gerade die letzte Gondel vor unseren Augen davon. Wieder einmal zu spät!.
Die Kraterwanderung auf 2600m Höhe, die wir für den nächsten Tag planen, fällt ins Wasser, bzw. den Nebel. Der Nationalpark verschwindet hinter dicken, dunkelgrauen Regenwolken.
Wir nutzen den Mietwagen, um eine Wanderung im Lorbeerwald des Anaga-Gebirges zu machen, der uns allerdings seine vielgepriesene Schönheit und Urwüchsigkeit nicht offenbaren kann, da auch hier nur ab und zu ein paar Sonnenstrahlen durch die dichte Wolkendecke dringen können.

Nach kurzen Streifzügen durch Orotava,

Puerto Sta. Cruz

(das fest im Griff deutscher Touristen ist)und einem abschließenden Stadtgang durch Sta. Cruz, der Hauptstadt Teneriffas, legen wir ab. Beim Auslaufen aus dem Hafen grüßt uns ein letztes Mal das Wahrzeichen von Santa Cruz, das „Auditorio“, ein schneeweißes, vom Stararchitekten Calatrava entworfenes Konzerthaus, das seine riesigen Flügel über die muschelförmigen Veranstaltungssäle neigt.

Von See aus betrachtet geht leider viel von der Eleganz und Leichtigkeit des Gebäudes verloren, das der Sockel durch die massive Kaimauer verdeckt wird.

20131104 Überfahrt zu den Kanaren

Die Überfahrt zu den Kanaren…
hatten wir uns anders vorgestellt. Nichts stimmt. Der Wind kommt nicht – wie vorhergesagt – aus Nordost, sondern mit 5-6 Bft. aus Ost. Wir werden also nicht das angenehme Katamaransegeln bei achterlichen Winden haben sondern müssen uns auf einen hackigen „am Wind“-Kurs einstellen. Die Wellen sind nicht höher als 2m, klatschen (oder donnern)dafür aber aus allen möglichen Richtungen unter oder gegen den Rumpf.
Kaffeesegeln sieht anders aus. Dafür ist unser Törn kostensparend. Niemand von uns würdigt die leckeren Dinge, mit denen unser Kühlschrank vollgestopft ist, auch nur eines Blickes. Dreien von uns langt das Frühstück vom Montagmorgen für 30 Segelstunden, einer muss auch das noch hergeben.
Außerhalb der Wachen liegen, lungern oder dösen wir herum. Richtig schlafen können wir nicht bei dem Gewackel.
Endlich Land in Sicht: Nach 26 Segelstunden und 260sm können wir Teneriffa im Dunst erkennen. Passend dazu werden Wind und Wellen schwächer, die Fahrt und der Magen ruhiger.


Ein fliegender Fisch ist uns ins Netz gegangen (Trampolin) aber
1.ist er tot und 2. sind wir von „Heißhunger“ immer noch meilenweit entfernt.

Es dauert noch knapp 5 Std. bis wir endlich in der Marina von Santa Cruz fest gemacht haben.
Nach einem guten, den Magen wohlig füllenden Abendessen fallen wir alle todmüde in die Betten und sehen nach 10Std. Schlaf einen strahlenden Morgen aufsteigen.

20131103 Auf zu neuen Ufern…

Die Ilhas desertas…
Wie geplant verlassen wir die schöne Marina „Quinta do Lorde“ gegen 13.00h. Unser heutiges Ziel, der kleine Archipel der „Ilhas desertas“, liegt nur 17sm südlich von Madeira, ist ein Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden. Ankern ist gestattet. Wir freuen uns auf das Schwimmen im Atlantik und haben die vage Hoffnung, eine der sehr seltenen Mönchsrobben zu sehen, von denen es hier eine kleine Kolonie gibt.
Unangenehmer Wind und kabbelige Wellen empfangen uns, als wir die Nase aus der Abdeckung des Cabo Sao Lourenco herausstrecken. Aber bereits zwei Stunden später schleichen wir uns , im Windschatten der hohen und bedrohlich wirkenden Felswände der Ilha grande vorbei,


auf der Suche nach dem winzigen, ausgewiesenen Ankerplatz. Alles wirkt düster: Himmel, Wasser und Felswände. Es genügt ein kleiner Hauch Fantasie, um in den aufgeworfenen, farblich stark unterschiedlichen Felsschichten Grimassen und böse Gestalten zu erkennen.

Wir werfen Anker und ahnen, dass der Grund sehr felsig ist. Abwägend, ob wir nun bleiben oder doch weitersegeln, lassen wir den Blick über die Wasseroberfläche gleiten und sehen den runden Rücken einer Mönchsrobbe, die gleich darauf auftaucht, einmal – nicht sonderlich interessiert – in unsere Richtung schaut, um dann gelangweilt wieder abzutauchen. Wir bleiben. Statt zu schwimmen machen Peter, Wim und Trudi – mit dem Beiboot – einen Ausflug an Land zur einsamen Hütte der Naturschützer.

Ein Prospekt auf Portugiesisch, eine Unterhaltung die – wegen mangelnder Sprachkenntnisse – nicht stattfinden konnte und viel schwarzer Lavasand im Beiboot sind die Mitbringsel dieses Ausflugs.

Bei Kerzenschein haben wir ein sehr leckeres Abendessen im Cockpit, während um uns herum eine Mond- und Sternlose Nacht hereinbricht.
Peter und ich können nicht schlafen, da in der Nacht immer wieder starke Böen das Schiff zittern, die Ankerkette rumpeln und den Anker rutschen lassen.
Am nächsten Morgen sieht die Welt wieder ganz anders aus. Es gibt einen schönen Sonnenaufgang, wir sind zwar ordentlich gerutscht, haben aber keinen Felsen touchiert, lassen uns das Frühstück schmecken und gehen „Ankerauf“ in Richtung Canaren.

20131101 Wim und Trudi besuchen uns

Wim und Trudi, unsere holländischen Freunde sind angekommen und wir haben mit ihnen Madeira-Sigtseeing im „Schnelldurchgang“ gemacht.

Heute heißt es nun endgültig Abschied nehmen von Madeira. Gegen 14.00h wollen wir auslaufen. Sollte es eine einigermaßen ruhige Ankermöglichkeit vor den „Ilhas desertas“ geben, werden wir dort über Nacht bleiben, um dann am Montag weiter in Richtung Canaren zu segeln.
Neues wird es dann voraussichtlich ab Mittwoch zu berichten geben, sofern das Internet es möglich macht…
Bis dahin dürft Ihr uns gerne ein paar gute Gedanken schicken und die Daumen drücken für angenehme Winde…

20131030 Cinema per la gente…

Es gibt Hafenkino vom Feinsten!
Bereits um 8.30h werden wir von aufgeregten Stimmen geweckt. Neugierig strecken wir die Köpfe aus der Koje. Eine Yacht rauscht schwungvoll heran, will rückwärts in die Box und nähert sich mit ihrer Breitseite ebenso schwungvoll der Steigerspitze.
Drei – bereits hellwache – Nachbarn eilen zu Hilfe. Sie verhindern das Schlimmste, können sich aber z.T. nur durch einen beherzten Satz auf die Badeplattform am Heck des Schiffes retten. Beim zweiten Versuch rauscht das Heck in Richtung Kante und wir können beobachten, wie der unfreiwillige Gast – hasengleich – zum Sprung in Richtung Land ansetzt. Der Skipper gibt Vollgas voraus, was zumindest den Crash verhindert. Danach treibt die Yacht – ein wenig desorientiert wirkend – in der Nähe des Steigers herum. Leinenknäuel werden in Richtung Land geworfen, ohne den Adressaten zu erreichen…
Dann stürzt ein Marinero, dessen Dienst gerade beginnt, herbei. Ihm gelingt es, einen Festmacher aus dem Wasser zu fischen und das Heck in Richtung Steiger zu ziehen.
Die von einem Mitsegler zu kurz geworfene Bugleine wabert in gefährlicher Nähe zur Schraube im Wasser herum. Wie versteinert starrt er, den Leinenanfang in der Hand haltend, auf das Ende, ohne auf die Idee zu kommen, letzteres einzuholen. Ein Helfer kann es schließlich heraus angeln. Aber weder Mitsegler noch Helfer kommen auf die Idee, den Festmacher bestimmungsgemäß zu verwenden, d.h. die Leine zumindest an einem Ende zu belegen.
Ein interessantes Tauziehen beginnt: Arme werden lang und länger, Oberkörper neigen sich – mal hier, mal dort – gefährlich weit übers Wasser…mal zog er ihn, mal sank jener hin…
Schließlich bereitet ein im Schlauchboot herbei gebrauster zweiter Marinero dem Spektakel ein Ende, indem er den Bug vorsichtig, aber mit ordentlicher Schubkraft in Richtung Steiger bugsiert.

Kino ist aus. Wir gehen Joggen.

Aber…nach unserer Rückkehr gibt’s die Fortsetzung. Weitere fünf Yachten mit russischen Crews an Bord üben sich in mehr oder eher weniger schneidigen Anlegemanövern, die uns nun aber nicht mehr so sehr den Atem verschlagen, da die Marineros – hummelschnell – bevor es kracht, zur Stelle sind.

20131029 Madeira mit Isabel und Klaus

2013-10-28
Montag, der 28. Oktober 2013

Der Bootsalltag hat uns wieder! Neun wunderschöne Tage mit Isabel und Klaus gehören der Vergangenheit an. Aber alles der Reihe nach, schließlich liegen 12 Tage zwischen dem letzten und dem jetzigen Beitrag.
Das Wasserpumpendesaster ist zwar immer noch nicht final gelöst aber mit ein wenig Umsicht und Vorsicht können wir erreichen, dass der Wasserfluss nicht abreißt und damit das umständliche Ansaugen entfällt.
Calheta, der Hafen, der ursprünglich für eine längere Liegezeit geplant war, erweist sich als sehr unruhig mit ständig auf und ab schaukelnden Pontons, hat aber zwei hübsche, kleine, künstlich angelegte Strände (mit Sand aus Marokko), die – von Wellenbrechern geschützt – von herrlich blauem Atlantikwasser umspült werden.
Wir freuen uns auf die Rückfahrt nach Quinta do Lorde, die zwar düster, stürmisch, wellig und total verregnet ist, in der Nacht (zum Samstag) – mit der Ankunft von Isabel und Klaus – aber eine schöne Aufheiterung erfährt.
Gleich nach dem Samstagsbrunch tuckern wir in Richtung Cabo Sao Lourenco, um dort zu ankern.

Nach einem ersten Bad im tiefblauen Atlantik muss sportliche Betätigung her, d.h. Wandersachen in den blauen Plastiksack, Übersetzen zum Felsenufer, rein in die Wanderklamotten, rauf zum Cap und vice versa zurück zum Schiff, diesmal schwimmend. Nach 2 ½ Stunden sind die Beiden wieder da und wir genießen einen stimmungsvollen Abend vor Anker.
Am Sonntag ist Schnorcheln angesagt.

Peter benutzt zum ersten Mal das Geburtstagsgeschenk der Kinder, eine Unterwasserkamera.


Vor der Linse tummeln sich kleine, bunte Fische


und… siehe da…(gut getarnt) auch größeres Meeresgetier.

Abends geht’s zurück in den Hafen, da wir ab Montag, zur Erkundung der Insel, ein Auto gemietet haben. Auf dem Programm stehen Funchal, Osten, Norden und Süden der Insel, 2-3 Wanderungen entlang der Levadas (Madeiras ausgeklügeltem Bewässerungssystem, das das Wasser über schmale Kanäle vom Berg in die Plantagen führt)und eine Fahrt mit dem Korbschlitten.
Madeira, die Blumeninsel, die im Frühjahr mit überbordender Blüten- und Farbenpracht den Besucher begeistert, erweist sich im Herbst immer noch als üppig grün, von Bananen- und Zuckerrohrplantagen überzogen, als wahres Wanderparadies.
Impressionen unserer ersten Wanderung, die im Wanderführer als die „Spektakulärste“ beschrieben ist, bedeuten: Erleben mit allen Sinnen:


Würziges, Frisches, Feuchtes, Blumiges für die Nase, …


rieselndes, leise fließendes, rauschendes und tosend zu Tal stürzendes Wasser für die Ohren,


grandiose Berglandschaften und steil abfallende Schluchten fürs Auge und feuchte, leuchtend grüne, würzigen Duft verströmende Kriechfarn- und Mooskissen für die streichelnde Hand…
Leider ist das Wetter nicht uneingeschränkt schön. Starkwindböen fegen über die Insel und treiben dicke Regenwolken von Norden herüber, die sich am Gebirge im Inselinneren abregnen. So müssen wir auf die Wanderung der 25 Quellen verzichten, da ein Erdrutsch die Zufahrt zum Ausgangspunkt unpassierbar gemacht hat.
Die Ersatz-Wanderung führt uns durch das einzige kleine Weinanbaugebiet an der Südküste Madeiras zur steilsten und höchsten Klippe Europas.


…wenn’s hinter dem Rücken 580m senkrecht nach unten geht…

Neun Tage, die wie im Flug vergingen und einen schönen, stimmungsvollen Ausklang finden beim Sonnenuntergang auf den Mauern des Forts über Funchal und einem abschließenden, köstlichen Abendessen im „Riso“. Das Restaurant, wie ein Adlerhorst, hoch über dem Atlantik an die Felskante gesetzt, Meeresrauschen tief unter uns, asymmetrisch gespannte, weiße Segel über uns, macht der doppelten Bedeutung seines Namens alle Ehre: Es zaubert ein „Lächeln“ auf die Gesichter beim Verzehr der ausgefallenen „Reis“-Spezialitäten.

20131016 Madeira die 2.(Klappe)

Der schöne Anlass unseres dreiwöchigen Heimaturlaubes liegt bereits 23 Tage zurück und die „Flitternden“, die hoffentlich noch ein wenig von der Sonne Siziliens zehren können, sind wieder in den Züricher Arbeitsalltag eingetaucht.

Nach unserer buchstäblichen „Punktlandung“ auf der kurzen Madeirenser Landebahn lassen wir uns vom Taxi nach „Quinta do Lorde“ bringen, wo die PIA gut vertäut und wohlbehalten auf uns wartet.
Wie auch zu Hause, muss man – nach der Rückkehr aus einem Urlaub – zunächst mal einige Systeme wieder in Betrieb nehmen. Auf dem Schiff bedeutet das: Strom und Wasserversorgung einschalten und Wassertanks, Kühl- und Gefriertruhe sowie Lebensmittelvorräte wieder auffüllen.
Die Wassertanks sind schnell gefüllt, zum Aufstocken der Vorräte müssen wir ins 10km entfernte Machico.
Vom Einkaufen zurückgekehrt stellen wir fest, dass die Wasserpumpe Faxen macht. Mal dauert es Minuten, bis ein erstes, kleines Rinnsal aus dem Hahn läuft, dann wieder prustet es feine, dünne Strahlen in alle Himmelsrichtungen.
Peters Diagnose: die Wasserpumpe ist kaputt.
Irgendwie scheint man an höherer Stelle zu glauben, dass der pure Müßiggang uns einfach nicht gut tut.
So machen wir uns wieder einmal an die Arbeit. Während Peter die alte Pumpe aus- und die neue einbaut, verstaue ich Mitgebrachtes und Eingekauftes und wir wähnen uns abends in einem aufgeräumten Schiff, in dem alles so funktioniert, wie man’s erwartet… Na, warte!!!

Mittwoch, 9.10.2013
Die Sonne lässt sich seit unserer Ankunft lediglich am Spätnachmittag zu einem kurzen Spaziergang übers Firmament locken. So suchen wir für unsere erste Wanderung die für die grüne Blumeninsel untypischste Tour heraus, nämlich den langgestreckten kahlen, kargen, vulkanischen Südost-Zipfel „Sao Lourenco“, den man an sonnigen Tagen nur schwitzend und nicht ohne drastischen Sonnenschutz bewältigen könnte.
Die Wanderung beginnt am Hafen.

Wir werden mit atemberaubenden Blicken von steil ins Meer abfallenden Felswänden


und Ausblicken auf Madeira, Porto Santo, und die Ilhas desertas belohnt.

Nach vier Stunden ständiger Auf- und Abstiege spüren wir ziemlich viele Muskeln, aber die Füße, die ihre Premiere in den neuen, Wattewolken-Wanderstiefeln hatten, fühlen sich fast „unbenutzt“ an.

Ein Sundowner im Hafencafé rundet diesen schönen Tag perfekt ab.

Donnerstag, 10.10.2013
Ein Tag wie ein Griff ins……!
Haben wir die Wasserpumpenreparatur nur geträumt? Nichts funktioniert! Peter denkt um ziemlich viele Ecken herum, zieht diverse Möglichkeiten in Betracht, hält Kriegsrat mit dem Fachmann aus Hooksiel, spült und saugt, erhöht und senkt den Druck, klemmt um und ab und … rien ne va plus…
Erfolg- und ratlos steigen wir frustriert in die Koje.

Freitag, 11.10.2013
Zum Glück haben wir ab heute ein Mietauto gebucht. Das Problem „Wasserpumpe“ hat also drei Tage Pause.
Da man uns für den Freitag die Markthalle von Funchal als absolutes Muss empfohlen hat, tuckern wir über Canical, Machico und Santa Cruz über die steilen Küstenserpentinen hinauf und hinunter bis nach Funchal. Einen Kaffee schlürfend, sitzen wir an der Uferpromenade, gegenüber der Marina, lauschen einer peruanischen Musikgruppe und beobachten, wie sich große Menschentrauben aus der Aida „Stella“ und einem „Walt Disney“- Kreuzfahrer heraus wälzen, um die Stadt zu erobern.
Allüberall herrscht buntes Treiben auf den Straßen und Gassen, sehr gepflegte Gebäude, Grünanlagen, kleine Parks, allein im Zentrum der Stadt gibt’s neben der Kathedrale zwei weitere Kirchen, Bistrots und Straßencafés und last but not least…die Markthalle. Es stimmt: Sie ist bereits am Eingang ausgesprochen attraktiv mit ihren Blumenverkäuferinnen in typisch bunt-gestreifter, madeirensischer Tracht und dem üppigen, farbenprächtigen Blumen-, Stauden- und Pflanzenangebot. Wir schlendern im Erdgeschoss an Gemüse und Obstständen vorbei zur tiefer liegenden Fischhalle, in der der berühmte schwarze Degenfisch angeboten wird (DIE madeirensische Fisch-Spezialität!!!). Danach geht’s in die Galerie. Hier sieht alles ein bisschen feiner aus. Wir werden animiert, Obstsorten zu verkosten, die wir noch nie gesehen haben, schmecken mindestens 5 verschiedene Maracuja-Sorten und ebensoviele Bananenspezies… „alles von Madeira, köstlich, oder?“…die geschäftstüchtige Verkäuferin steckt uns neugierigen, ahnungslosen Touristen – sehr freundlich lächelnd – eine Handvoll von diesem, zwei von jener Sorte, drei kandierte Hibiskusblüten (nein, die lassen sich schließlich nicht wiegen, also nimmt man 50g)…und im Handumdrehen haben wir – überaus verblüfft dreinschauend – unser kleines Säckchen Obst für 36,-€ in der Hand.
Aber…Wir sind nicht lernfähig!!! Am nächsten Stand schiebt man ganz geschickt das handgeschriebene Preisschild „39,-€/kg“ zur Seite mit der Bemerkung, das sei irrelevant, steckt uns dann aber 2 Handvoll Mispeln in den Beutel, dazu noch 20 Acerola-Kirschen, 2 Apfelbananen und kassiert uns (dank meines Protestes nicht mit 34,-€) sondern NUR mit 24,-€ ab.
Erfahrung des Tages: Besuche die Markthalle in Funchal und Du kannst Dir dreimal hintereinander ein Obstmüsli der Super-Sonder-Luxusklasse zuteil werden lassen, das mit ganz normalem, Dir bekanntem Obst mindestens genauso gut, wenn nicht besser geschmeckt hätte.

Samstag, 12.10.2013
Wir erkunden den Nordwestteil der Insel und sind begeistert von der üppigen Flora, die im Frühjahr – mit den verschwenderisch blühenden, natürlichen Rabatten von Hortensien und Agapanthus – noch sehr viel schöner sein muss. Dennoch haben wir den Eindruck, dass hier jedes fruchtbare Fleckchen Erde kultiviert wird, soweit das in Form von Terrassenanlagen möglich ist.

Sonntag, 13.10.2013
Impressionen des Nordostens der Insel…


In selbstgebastelten Seifenkisten geht’s von Portela (650m) über die steilen Serpentinen hinunter nach Porto da Cruz.

Montag, 14. 10.2013
Flaute: Motoren nach Calheta…

Dienstag, 15.10.2013
Wiederaufnahme des Wasserpumpenfrustes…
– Ohne Worte und Bilder –

Mittwoch, 16.10.2013
Wasserpumpenreparaturtag Nr. 4
Das Luftgemisch in der PIA ist hochexplosiv. Ein schiefer Blick, die Äußerung (unerwünschter) Meinungen oder Kommentare könnte zur Explosion führen.
Da verziehe ich mich mal lieber ins Schreibgemach, um Euch ein wenig Lesefutter zu verschaffen und harre – so verschanzt – der Dinge die da kommen, bzw. hoffentlich bald wieder laufen werden…

Dienstag, 20130910 Porto Santo – Madeira

Porto Santo, eine kleine, Madeira vorgelagerte Insel, hat das, was Madeira fehlt: Strand. Und den nutzen wir. Alles hier wirkt einfach, ehrlich und nicht touristisch, wobei man ehrlicherweise zugeben muss, dass wir – laut Reiseführer – hier angekommen sind NACH dem großen Touristenzustrom, der in seinem Ausmaß nur mit Wallfahrten gen Fatima oder Lourdes zu vergleichen sein soll.
Wir fühlen uns wie die Könige am morgendlich unberührten Strand und hinterlassen erste Fußabdrücke, bevor wir das glasklare, türkis-grün-blau schimmernde Wasser genießen.

Die „Hauptstadt“ Baleira mit ihren 2500 Einwohnern wirkt gepflegt und adrett aber wenig aufregend.
Natürlich treibt unser Spürsinn uns an ein Plätzchen, an dem man den Sonnenuntergang vortrefflich genießen kann, was wir gleich zweimal hintereinander tun; weil’s so schön war!

Den zweiten Tag auf der Insel nutzen wir zu einer Insel-Rundfahrt mit dem Touristenbus. Lediglich die Spitzen der Hügel sind bewaldet, der zur Wasserfront abfallende Teil wirkt – vom Wasser zerfurcht, erodiert, braun und wenig einladend: eine Folge der Abholzung der Wälder.

Am Nachmittag des 10.09. laufen wir (bei NIESELREGEN!!) aus in Richtung Madeira. Trübe Stimmung äußerlich und innerlich (aufgrund fehlender Geschwindigkeit) lässt uns ca. 1 ½ Std. dahin dümpeln. Dann scheint der Wind sich allmählich wieder an seine Pflichten zu erinnern. Gegen 17.00h haben wir 26kn Wind, eine relativ ruhige See, 12kn Fahrt, herrliches Rauschen allüberall – aber nicht nur außen!!!
Auch innen rauscht das Wasser. Das Frischwasserventil der Toilette hat nicht geschlossen. Ergebnis: 120l Wasser, die wir in den Stb.-Tank füllten, sind aus dem Tank heraus in die Bilge hineingepumpt worden. D.h.: 2Std. Pützen, Tunken, Wischen, Fluchen…Reihenfolge ohne Bedeutung…

Die Ankunft in „Quinta do Lorde“ (19.45h)ist wieder total vernieselt. Ist das Madeira?
Auch der Morgen zeigt sich regnerisch.

Wir blicken auf schroffe, steil vor uns aufragende, rot-braune Felswände und befinden uns im Übrigen in einer blitzneuen Marina, die ein wenig „wie aus der Retorte“ wirkt. Als wir die Übernachtung zahlen wollen, um sehr früh nach Calheta weiter segeln zu können, macht man uns ein sehr gutes Angebot, unser Schiff doch für vier Wochen hier zu lassen. Aufgrund der wesentlich günstigeren Anbindung an den Flughafen und der damit verbundenen Zeit- und Kostenersparnis gibt es keinen Grund, Selbiges auszuschlagen.
Man ist auf Touristen- und Yachtie-Fang: Schön für uns! Wir können alle Einrichtungen des angegliederten 4-Sterne-Hotels nutzen und fühlen uns am Meerwasserpool auf komfortablen Rattan-Liegen mit geliehenen Badetüchern wie die Großen.

Nette Leute allüberall: Hamburger, die Henry und Susanne kennen, Belgier, Engländer, Franzosen, die im Senegal und in Gabun leben, mit denen wir auf Porto Santo einen sehr anregenden Abend verbrachten und die nun der Gegeneinladung zu uns folgen… irgendwie kommt so ein bisschen „Große-weite-Welt-Feeling auf“…
Aber nun geht’s nach Hause! Philipp und Lena werden am 21. September heiraten.
Weiter geht’s nach dem 7. Oktober! Bis denne!!!

20130904 Madeira, wir kommen

Mittwoch, der 4.09.’13


10.19h Ausfahrt aus der Lagune Alvor

Der Start ist gut: Wir schlagen den Kopf des Großsegels an, um notfalls auf Genua und Groß wechseln zu können, falls das – für die vorhergesagte Windstärke und -richtung – bevorzugte Segel, der Parasailor, aus irgendeinem Grund nicht funktionieren sollte.
Wie ein balzender Truthahn zieht er uns – mit stolz geschwellter Brust – an Lagos vorbei in Richtung Cabo de Sao Vicente.


Kusshand an Lagos und die „Vivenda Miranda“

Bis 12.00h. Dann ist es aus mit der Balz. Der Wind fächelt nur noch matte Lüftchen aus wechselnden Richtungen und lässt den Parasailor aussehen wie ein überdimensioniertes Handtuch, das hier an den Rändern einfällt, um dann an anderer Stelle wieder unförmige Beulen zu bekommen. Die kreuz und quer laufenden Wellen, die die PIA ordentlich schaukeln lassen, tun ihr Übriges.
Wir tun nichts, d.h. wir üben „die Entdeckung der Langsamkeit“.
Das ist hart.
Gegen 17.00h ist Besserung in Sicht. Von zuletzt 1,9kn Speed hangeln wir uns langsam hoch über 3,5 auf ab und zu 4,2kn.
Unversehens sind wir mitten im Verkehrstrennungsgebiet, das man ja zügig und senkrecht zur Fahrtrichtung des Schiffsverkehrs kreuzen sollte. Mit unserer derzeitigen Speedbremse können wir keinen Motor einschalten, da das Segel dann sofort einfallen und sich verheddern würde.
Ein kontrollierender Blick auf das Spinnakerfall macht unsere morgendliche Diskussion, das Segel auch in der Nacht stehen zu lassen, mit einem Schlag obsolet. Der Führungsbogen für das Fall (unterhalb der Mastspitze) ist einseitig ausgerissen und die Führungsöse abgebrochen. Sie baumelt im Fall, unterhalb einer 20cm langen, von der Ummantelung freigescheuerten Stelle.


Das hätte schwer ins Auge gehen können

Unserem Schutzengel sei Dank! Er war im rechten Moment vor Ort und hat uns vor großem Schaden bewahrt. Dank Parasailor sind wir nicht schneller gefahren, als er fliegen konnte!!!

Der Parasailor ist schnell abgeborgen, Groß und Genua gesetzt und es geht mit 8-10kn hurtig aus dem Verkehrstrennungsgebiet hinaus und in die Nacht hinein.
Meine Wache bis 23.00h verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Für Peter (zwischen 23.00h und 3.00h) wird’s leider nicht so gemütlich. Wir hatten die – sich zum Bug hin öffnenden – Fenster in „Lüftungsposition“ eingerastet. Eine, durch das Netz hochschwappende Welle nutzt die Chance, einen kräftigen Schwall Salzwasser durch den schmalen Spalt zu pressen und die Salonpolster mit eben diesem zu tränken. Peter ist zwei Stunden mit der Beseitigung der gröbsten Schäden beschäftigt.

Donnerstag, der 6.09.‘13

Die Stunden zwischen 3.00h und 7.00h verlaufen wieder unspektakulär.
Der Morgen zeigt, dass zwei kleine Oktopusse im Bestreben, ihren Häschern zu entkommen, wohl den falschen Fluchtweg genommen hatten. Sie liegen, uns mit wachen, blauen Augen anschauend, leider schon ein wenig eingetrocknet an Deck.

Nachmittags umspielen Delphine unser Schiff.

Die zweite Nacht auf See ist kohlrabenschwarz: weder Mond noch Sterne sind zu sehen. Selbst die Konturen der Pia lassen sich nur in unmittelbarer Nähe einer Lichtquelle erkennen. Es wäre sehr anstrengend und ermüdend, müsste man – wie die ersten Seefahrer – als Wachhabender ständig in dieses unendliche Schwarz spähen. Heute übernimmt das Radar ganz zuverlässig diese Arbeit. Es zeigt mir, dass ich zweimal großen Frachtern ausweichen sollte, indem ich per Knopfdruck dem Steuerautomaten (der hoffentlich niemals ausfallen wird) befehle, ein paar Grad abzufallen.
Am nächsten Morgen hat sich die See ein wenig beruhigt, so dass wir im Cockpit gemütlich frühstücken können.

Danach gönnen wir uns wechselweise ein Nickerchen.
Die Nachtwachen sind inzwischen zu unserer beider Zufriedenheit geregelt; ob der Tagesrhythmus aber auch noch einem strengen Wachschema unterworfen werden soll, wird zur Zeit noch heftig und kontrovers diskutiert.


Ein Ausblick zum Verlieben, oder?

Um 17.00h hebt sich am Horizont eine kleine Seepocke von der Wasseroberfläche ab. Land in Sicht oder genauer: Porto Santo! Laut Navi sind wir noch 40sm entfernt und werden – bei gleichbleibender Windstärke – in ca. 5Std. ankommen.

Peter legt sich hin. Plötzlich: Fischalarm! Die Angelleine rauscht tickernd und knarrend aus, die Angel selber ist deutlich nach unten gebogen. Peter, durch meinen Schrei aufgeweckt, stürzt hinzu und löst die Bremse. Gefühlte 1000m Angelleine rauschen aus, bis wir es schaffen, eine dosierte Bremse hin zu kriegen. Das Motto: „halb zog sie ihn, halb sank er hin“ stimmt nur zur Hälfte. Hinsinken will der fette Brocken überhaupt nicht! Ich kurbele mir die Seele aus dem Leib.
Peter will mir die Arbeit erleichtern, indem er die Segel auffiert, um damit die Geschwindigkeit aus dem Schiff zu nehmen.
Ein markerschütternder Schrei lässt mich zusammenzucken. Peter hat die Fingerspitzen zwischen Leine und Winsch eingeklemmt. Die weißen, gequetschten Fingerglieder scheinen leicht nach oben gebogen zu sein und lassen Schlimmstes vermuten. Aber nach der ersten Schockstarre kann er die Finger wieder bewegen und die Durchblutung setzt ein…und wie!! Ein Cent-großes Stück Haut muss vom Mittelfinger, ein kleineres Stück vom kleinen Finger entfernt werden. Nun könnte man sagen: Operation gelungen…und nicht – Patient tot – sondern … Fisch weg.
Der eingeholte Haken ist stark aufgebogen. Es wäre wohl eine fette Beute gewesen, die wir aber unter den gegebenen Umständen weder töten, noch zerlegen, noch mit Genuss hätten verspeisen können.
Dafür erleben wir eine wunderschöne Dämmerung, in der sich die vor drei Stunden erkannte „Seepocke“ rapide vergrößert.


Noch fünf Minuten bis zum Untergang…

Übrigens lässt sich am Zeitpunkt des Sonnenuntergangs (20.20h) leicht erkennen, dass wir uns 900km weiter nach Westen bewegt haben, da die Sonne in Alvor bereits um 20.03h im Meer versank.
Um 23.15h bergen wir die Segel, schalten die Motoren ein und nähern uns – die vorgelagerte Insel „Ilheu de Cima“ ,(mit dem hohen Gipfel) vorsichtig umschippernd – der stark beleuchteten Strandpromenade von Porto Santo.
Beim ersten Kontakt mit der Marina konnte man uns nicht sagen, ob ein Platz am Gästesteiger frei sein würde oder ob wir ankern müssen. Beim Herantasten erkennen wir aber ein freies Plätzchen an selbigem, binden das Schiff (nach genau 60Std. Fahrt) um 0.10h an und fallen müde und sehr erleichtert – nach einem Bierchen – in die Betten.
Erwähnen möchte ich noch Petrus‘ Geschenk an uns: 2 ½ Tage strahlenden Sonnenschein mit der besonderen Serviceleistung eines kräftigen Regens in der Nacht nach der Ankunft, der die millionenfachen Salzpocken von der PIA abspült.


Zum Wohl! …auf alle Daumendrücker, auf Petrus und auf uns!!!!
(PS.: Eure Daumen haben nun – bis zur nächsten Beanspruchung – viel Zeit, sich von der Quetschung zu erholen!!!!)