20190901 Georgian Bay

Mount Frazer am nördlichen Ende der Georgian Bay:
Blick nach Norden, Richtung Jumbo Island…

Man schwärmt vom Wasser, von den Inseln, den kleinen, versteckten (niemals  einsamen) Ankerplätzen; macht aber fast immer – nach einem taxierenden Blick auf PIAs Breite – die Einschränkung, dass die Einfahrt in etliche dieser begehrten Ankerspots für uns wohl zu schmal sein könnte. Hm!!! Müssen wir wohl austesten und die Karte sehr genau studieren.

Die Georgian Bay

In vier Sätzen geht’s von Tobermory aus nach Midland.

Hinein in die Schären…
Auftakt einer Slalomfahrt…
Nervenkitzel zwischen Fels und Boje…

Wunderschöne Ankerplätze, sehr wechselhaftes Wetter und ein  turbulentes Wochenende im Parrysound liegen vor uns. Es ist das Laborday Wochenende (in diesem Jahr: 30.8.-2.9.). So wie am Independance Day  der Sommer mit all seinen Aktivitäten beginnt, so werden nach dem Laborday die Bürgersteige hochgeklappt. Da muss das letzte Sommer-Wochenende noch einmal voll ausgenutzt werden. Alles, was sich irgendwie auf dem Wasser bewegen lässt, ist da. Im Parry Sound ist die Fahrt zum zwei Stunden entfernten „Henry’s Restaurant“ ein absolutes Muss. Dahin gelangt man ausschließlich mit dem Boot oder per Flugzeug.

Einmal pro Stunde öffnet die Dreh/Schwingbrücke im Parrysound…
Durch Fluss-ähnliche Durchfahrten und ultraschmale Felsfurten geht’s Richtung Süden…
Nur Boote und Wasserflugzeuge erreichen Henry’s

Wir erwischen den letzten Öffnungstag und  essen das, was als Spezialität angeboten wird: Fish and Chips, d.h. Flusszander oder –barsch in Bierteig ausgebacken oder in Butter gebraten.

Sehr gut, nur die Beilagen, süße Coleslaw und Bohnen lassen wir links liegen.

Und: Abflug nach dem Essen…

Midland, im südlichsten Zipfel der Georgian Bay erleben wir nur im Streifflug. Seine interessante Geschichte konzentriert sich auf die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Ureinwohnern, den Huronen und französischen Forschern und Jesuiten, die die Seelen der Indianer retten wollten. Mehr als 30 große Wandgemälde lassen eine Geschichtsstunde unter freiem Himmel erleben.

Imposantes Mural auf der Fassade des alten Kornspeichers im Hafen

Verproviantieren in Midland, Gästerumpf herrichten für Isabel und Klaus und los geht’s im Mietauto nach Toronto. Unser schöner Plan, den beiden Toronto „von oben“ – nämlich beim Essen im CN-Tower zu zeigen – scheitert, da sie erst mit zwei Stunden Verspätung landen.

Angekommen…

Wir schleifen sie kreuz und quer durch die Stadt, die wir – entgegen unseres Vorhabens – vice-versa, d.h. von unten nach oben betrachten, bis sie sich vor Müdigkeit kaum mehr auf den Beinen halten können. Beim Abendessen überraschen uns die beiden mit ihren mitgebrachten Geschenken: Eine Box mit 4 dunkelblauen Polohemden (mit weißem PIA-Emblem; eindeutig für die PIA-Crew der folgenden 9 Tage) und….einem kleinen, weißen Polo-Strampler mit dunkelblauem Emblem, der ausdrücklich nicht für unseren jüngsten Enkel Linus gedacht ist sondern….???

???

Richtig geraten!!! Isabel und Klaus erwarten ein Baby. Die Freude ist riesig! Total beschwingt, überglücklich und gar nicht müde bringen wir die beiden Erschöpften (+) zur PIA.

Die Sonne, die mit den beiden ins Schiff einzieht, will sich draußen nicht mehr so recht ins Zeug legen. Der Herbst macht sich breit mit Wind und Regen, fallenden Temperaturen und oft – dank fehlender  Sonne – allen Schattierungen von Grau statt kräftiger Herbstfarben.

Wir machen das Beste daraus…

Cockpithock im Zwiebellook…
Steuern ebenso…

Landausflüge nicht ohne Regenschirm und Jacke,

Ruppiges Wetter, ruppige Landschaft…
Herbst…

Aber auch:

21, 20, oder 19°C ????
Nicht lange zögern…

Körper stählende Schwimmrunden bei 19°C Wassertemperatur sind gerade noch auszuhalten. Aber bei 16°C, wenn sich jedes einzelne Körperhärchen an der Wurzel gepackt, eisig umprickelt fühlt, reichen  3-5 Minuten für ein lang anhaltendes, fröstelndes Frischeerlebnis und ein klares NEIN zu weiteren Abhärtungsmaßnahmen.

Beaverstone Bay
Collins Inlet…

Bis auf die „Killarney Lodge“, die von Boots- und Landtouristen gleichermaßen geschätzt wird wegen ihrer Lage in dieser herrlichen, fjordähnlichen Landschaft, ihres rustikalen Ambientes mit ordentlichem Komfort und Gourmetküche, leben wir 9 Tage im ziemlichen Einklang mit der Natur.

Die Killarney Lodge…
Kaminzimmer..
Überall rote Lawn-Chairs…
Nachmittags…
Abendstimmung…
Morgennebel…

Unser nächstes Ziel: „The Pool“, ein kleiner See, am Ende eines langen, sehr schmalen Kanals, der im Sommer immer total überfüllt ist…

PIA im Pool mit…
ihrer Crew, die im März 2020 Zuwachs bekommen wird…
Ausgangspunkt für die Wanderung zum Lake Topaz

Ein bisschen aufregend ist’s schon. Wir haben nicht nur über Bären und Schlangen gelesen….nein, gestern Abend sahen wir einen ausgewachsenen Schwarzbären auf dem Felsvorsprung am Waldrand. Also achten wir darauf, wo wir die Füße hinsetzen und singen während der einsamen Wanderung ziemlich unentwegt (bis wir uns sicher fühlen), um die (eigentlich) menschenscheuen Bären fern zu halten.

Lake Topaz…
dito…
Drei beherzte Schwimmer….
Ein Weichei…
Glasklares Wasser…

Der letzte Ausflug lässt uns – nach einer einstündigen Dinghi-Fahrt – den Fuß des Mount Frazer erreichen.

Über Stock und Stein…
Mitläufer…

Nach einer ordentlichen Kletterpartie werden wir mit einer grandiosen Sicht über die Schärenlandschaft belohnt.

Grandios…
Gipfelstürmer…

Der Gipfel des Mount Frazer ist gleichzeitig auch der letzte Höhepunkt unserer neuntägigen Reise mit Isabel und Klaus. Eine lange, kalte und ruppigen Dinghifahrt bringt uns zurück auf die PIA. Ein letztes Mal heißt es Ankerauf…

…mit Abspritzen des Schmodders…
Dann geht’s nach Little Current, wo Isabel und Klaus uns wieder verlassen werden.
Ende einer schönen Reise…

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